Bomber Eiche

 

 

 

Am 17. August 1943 griff die United States Army Air Force (USAAF) im Rahmen der Operation Double Strike Messerschmitt-Werke in Regensburg und Schweinfuhrt an. Ziel war die Ausschaltung der Produktion von Jagdflugzeugen, von denen monatlich rund 500 Exemplare gefertigt wurden. Insgesamt starteten 146 B-17 „Flying Fortress“ der 3rd Air Division von England aus. Nach dem Bombenabwurf sollten die Bomber nicht nach England zurückkehren, sondern über die Alpen nach Nordafrika ausweichen.
Bei idealen Wetterbedingungen wurden die Regensburger Werke präzise bombardiert; rund drei Viertel der Anlagen wurden zerstört. Der Angriff forderte 402 zivile Todesopfer. 
Auch die USAAF erlitt schwere Verluste. Nur 115 Bomber überstanden den Einsatz, viele davon beschädigt. Zwei angeschossene B-17 suchten Zuflucht in der neutralen Schweiz. Eine Maschine, die „Battle Queen – Peg of My Heart“, landete am 17. August mit eingezogenem Fahrwerk bei Utzenstorf.  Die Schweizer Armee prüfte zunächst eine Reparatur der Bomber, um sie wieder flugtüchtig zu machen. Dieses Vorhaben wurde jedoch aufgegeben, nachdem weitere intakte B-17 in der Schweiz gelandet waren. Die Maschinen gerieten in den Fokus der Kriegstechnischen Abteilung, was wiederum das US-Verteidigungsministerium alarmierte. Die USA forderten die Herausgabe sensibler Ausrüstung, was die Schweiz nach diplomatischem Notenwechsel ablehnte. Nach Kriegsende endete die Geschichte der „Battle Queen“ unspektakulär: Die beschädigte Maschine wurde verschrottet.

Die Notlandung der B-17 in Utzenstorf mitten in einem Kartoffelacker und Bohnenfeld war für die einheimische Bevölkerung und die Schweizer Fliegertruppe eine Sensation. Dank der geglückten Notlandung überlebte die zehnköpfige Besatzung (Tail Gunner:  Sgt. Ricardo Robledo hatte eine Oberarmverletzung vom Luftkampf über Deutschland. Dr. med. Heiniger aus Utzenstorf leistet ärztliche Hilfe.). Alle Besatzungsmitglieder wurden anschliessend in Adelboden interniert.

50 Jahre nach der Landung lud die Utzenstorfer Lokalhistorikerin Barbara Kummer die ehemaligen amerikanischen Internierten zum Jubiläum der Notlandung ein. Dabei entstanden erste Kontakte zwischen dem Utzenstorfer Rolf Zaugg und der damaligen Besatzung. In der Folge sammelte Zaugg über Jahre hinweg Dokumente, Fotos und Gegenstände zu Notlandungen alliierter Flugzeuge in der Schweiz und baute in Utzenstorf ein privates B-17-Museum auf.
Zum 80. Jahrestag der Notlandung organisierte Rolf Zaugg am 17. August 2023 bei der sogenannten «Bombereiche» eine Gedenkfeier.  Angehörige der ehemaligen Besatzung, Zeitzeugen, Vertreter aus Politik und Behörden sowie zahlreiche Besucherinnen und Besucher nahmen daran teil. Die Ansprachen zeugten von grosser Dankbarkeit und Respekt gegenüber den Menschen, die im Kampf gegen die Hitler-Diktatur Opfer brachten.

B-17 Museum in Utzenstorf
Rolf Zaugg führt das private B-17 Museum und steht in Kontakt mit Veteranen und deren Nachkommen der Besatzungen der Bomber und Jagdflugzeuge.
Im Museum hat Rolf Zaugg Akten, Kleidung und andere Habseligkeiten der Fliegerbesatzung ausgestellt, die nach dem Krieg auftauchten. Alles sind Originalstücke. 
Das Museum kann unter Voranmeldung besucht werden.
https://www.b17museum.ch/index.php

Quelle
https://www.b17museum.ch/index.php