Mathematiker Jakob Steiner (1796-1863)
Jakob Steiner– ein Name, der in der Welt der Mathematik hohes Ansehen geniesst, stammt aus Utzenstorf. Er gilt als einer der bedeutendsten Geometer des 19. Jahrhunderts und als Begründer der synthetischen Geometrie, eines Bereichs, der sich mit Formen und Räumen ohne Zahlen und Koordinaten befasst, rein durch logisches Denken.
Aufgewachsen in einfachsten Verhältnissen, ohne besondere Förderung, zeigte Steiner schon früh eine aussergewöhnliche Begabung für abstraktes Denken. Als junger Mann besuchte er das berühmte Pestalozzi-Institut in Yverdon, wo sein mathematisches Talent erkannt und gefördert wurde. Später lehrte er an der Universität Berlin, eine der renommiertesten Adressen seiner Zeit.
Viele seiner Sätze und Begriffe wie der „Steiner-Punkt“ oder die „Steiner-Fläche“ werden bis heute in der Mathematik verwendet.
Doch trotz seiner Genialität war Jakob Steiner auch ein schwieriger Mensch: aufbrausend, eigenwillig, oft misstrauisch. Nur wenige Freunde durchschauten seine harte Schale und erkannten den sensiblen Kern darunter.
Seine Wurzeln in Utzenstorf hat Steiner jedoch nie vergessen. Heute erinnert eine Gedenktafel bei der reformierten Kirche und die Benennung einer Quartierstrasse an diesen aussergewöhnlichen Denker.
Jakob Steiner pflegte eine enge Freundschaft zu Jeremias Gotthelf. In Berlin machte er Gotthelfs Werke bekannt und unterstützte den Verleger Springer, indem er ihn bei der Auswahl der Illustrationen zu Gotthelfs Schriften beriet.
Jährlich wird an der Schule Utzenstorf der "Jakob Steiner Preis" für die besten Kopfrechner an seiner ehemaligen Schule verliehen.
Quelle:
https://kulturutzenstorf.ch/jakob-steiner/