Strohdach speicher

 

 

 

 

 

 

Ein Speicher aus dem Jahr 1762, der heute durch sein auffälliges Strohdach ins Auge sticht.
Der Bau selbst ist ein typischer Bohlen-Ständerbau, wie er in der Schweiz seit Jahrhunderten verwendet wurde, mit kräftigem Eichenholz, passgenau verzapft, auf einem neuen Fundament. Das Dach ist steil und mit einer dicken Schicht aus Stroh gedeckt, so wie es in den tiefen gelegenen Regionen des Berner Mittellandes lange üblich war.
Das Gebäude wurde 1973 hierher versetzt, denn ursprünglich stand es auf der anderen Seite der Strasse, direkt über dem Dorfbach. Vermutlich war es dort dem Wasser zu nahe. Hier hat es nun seinen festen Platz gefunden, als Ausnahmespeicher in giebelständiger Ausrichtung zur Unterdorfstrasse.
Was diesen Speicher besonders macht, ist nicht nur sein Dach, sondern auch sein äusseres Erscheinungsbild.
Er ist von einer umlaufenden Laube eingefasst, die auf schlichten Holzbögen ruht. An der Eingangstür sieht man geometrische Schnitzereien, der Türsturz ist kunstvoll gearbeitet. Ein Zeichen dafür, dass man auch bei Nutzbauten Wert auf Gestaltung legte.
Speicher wie dieser dienten früher als wertvolle Lager und wichtigster Nebenbau des Bauernhauses. Lebensmittel, Samen, Kleidungsstücke oder sogar Geld und Urkunden wurden dort trocken und sicher aufbewahrt. Und wenn im Dorf Feuer ausbrach, war klar: Erst der Speicher, dann das Haus!
Heute ist dieser Speicher mit seinem Strohdach ein kleines Schmuckstück und eine Rarität, denn solche Dächer sind in der Schweiz fast verschwunden. 

Quelle
Denkmalpflege des Kantons Bern, Unterdorfstrasse 17a, 3427 Utzenstorf