Sämann Brunnen
Der Sämann-Brunnen, errichtet in den Jahren 1950/51, ist ein Denkmal zu Ehren von Jeremias Gotthelf– genauer gesagt eine Hommage an seine bekannten „Uli“-Romane.
Der Brunnen zeigt einen Bronzesämann, geschaffen vom Künstler Willi Weber aus Koppigen. Die Figur steht auf einem polygonalen Sockel inmitten eines siebeneckigen Beckens. Gegossen wurde die Statue in der renommierten Giesserei Rüetschi in Aarau. Das Ganze steht hier prominent beim Vorplatz der Gemeindeverwaltung, an einem belebten Knotenpunkt, fast wie ein Wächter über das tägliche Geschehen.
Doch worum geht es bei diesem Brunnen wirklich?
Der Sämann erinnert an das Landleben vergangener Zeiten – an harte Arbeit, an Demut, an Gottvertrauen. Genau diese Themen ziehen sich wie ein roter Faden durch Gotthelfs Werk. Der Spruch am Brunnenbecken bringt das auf den Punkt:
„Der Mensch soll säen, aber in Gottes Hand steht die Ernte.
Über das, was ich tue, bin ich verantwortlich,
was ich wirke, waltet Gott.“
Diese Worte fassen Gotthelfs Haltung zusammen – eine tiefe Überzeugung, dass der Mensch zwar handeln muss, aber nicht alles in seiner Macht liegt. Er glaubte an Arbeitsethik, aber auch an die höhere Ordnung, die der Mensch anerkennen soll.
So steht der Sämann-Brunnen nicht nur als Zierde an einem Verkehrsknotenpunkt, sondern als Symbol für das Verhältnis von Menschen, Natur und göttlicher Ordnung – ganz im Sinne von Gotthelf.