Die Emme
Zusatzinfo
Emmenbrücke
Bis ins Jahr 1640 gab es zwischen Burgdorf und Zuchwil keine einzige Brücke über die Emme. Der erste feste Übergang wurde 1640 bei Kirchberg gebaut. Auch bei Landshut gab es lange nur sogenannte Stege – einfache Holzverbindungen für Fussgänger und Saumtiere. Diese wurden oft von Hochwasser zerstört, sodass der Verkehr tagelang unterbrochen war. Bei niedrigem Wasserstand konnten Flussübergänge über Furten erfolgen – seichte Stellen im Flussbett. Ein Gemälde von Albrecht Kauw aus dem Jahr 1664 zeigt Schloss Landshut noch ganz ohne Brücke über die Emme – ein eindrückliches Zeugnis dieser Zeit.
Die Bestrebung für eine erste richtige Brücke bei Landshut stammt aus dem Jahr 1677, gebaut wurde sie aber erst 1747. Landvogt Gottlieb von Diessbach ordnete damals eine Holzbrücke mit elf Jochen an. Die Gemeinden Utzenstorf und Bätterkinden übernahmen die Bauherrschaft. Diese neue Brücke war ein Meilenstein: Sie erleichterte die Fahrt zu den Märkten in Bern, Burgdorf, Solothurn und Büren, stärkte den Handel in der Region und verbesserte den Zugang zur nahegelegenen Twingmühle bei Landshut – ein wichtiger Standort für die Versorgung.
Doch auch diese Brücke wurde nicht verschont. 1764 riss ein Hochwasser die Holzbrücke mit. 1807 wurde sie erneut beschädigt und 1812 schliesslich weggeschwemmt. Die Region reagierte auf die zunehmende wirtschaftliche Bedeutung mit neuen Verkehrswegen: 1761 wurde die Bern-Solothurn-Strasse gebaut und 1875 folgte die Eisenbahnlinie Solothurn–Burgdorf. Damit war Utzenstorf an das weite Verkehrsnetz angebunden.
Brücken wie jene bei Landshut sind auch aus kultur- und umwelthistorischer Sicht interessant. In alten Plänen und Bauunterlagen finden sich Hochwassermarken, die Rückschlüsse auf historische Überschwemmungen erlauben.
Heute führt die moderne Emmebrücke, eine Stahlbogenkonstruktion von 1968/69, über den Fluss. Sie ersetzte eine Eisenbrücke aus dem Jahr 1911. Dieses moderne Bauwerk sichert heute die Verkehrsverbindung – aber sie erinnern auch an eine lange Geschichte von Hochwasser, Technik und Wandel.
Quellen
Die Mühle zu Landshut, Bern 1932