Landwirtschaft
Zusatzinfo
Hoschtet, ein Stück lebendige Kultur
„Hoschtett“ oder „Hoschtig“ – so nannte man früher die Hofstatt, den Obstgarten oder die baumgesäumte Weide rund ums Haus. Zu jedem Bauernhaus gehörte ganz selbstverständlich ein Garten – und eine Hostet.
Die Wiese unter den Bäumen diente den Tieren als Weideland, die Bäume spendeten Schatten und trugen Früchte – oft Äpfel, Birnen, Zwetschgen oder Kirschen.
Die Streuobstwiese, wie wir sie heute nennen, ist eine vom Menschen geschaffene Kulturlandschaft, die auf Vielfalt und Mehrfachnutzung angelegt ist. Besonders typisch sind die Hochstamm-Obstbäume, die wie Wächter in der Landschaft stehen.
Obwohl Obstbau schon im Mittelalter professionell betrieben wurde, entwickelte sich der flächendeckende Streuobstbau vor allem im 18. und 19. Jahrhundert. Damals entstanden viele der charakteristischen Obstwiesen, die das Landschaftsbild bis heute prägen.
Der Hausgarten, oft gleich neben der Küche, war ein reiner Nutzgarten. Hier wuchsen Kräuter, Gemüse und Beeren – alles, was täglich gebraucht wurde.
Doch heute verschwinden jedes Jahr tausende Hochstammbäume, auch in privaten Gärten. Mit ihnen gehen nicht nur wertvolle Lebensräume für Vögel, Insekten und Kleinsäuger verloren, sondern auch ein Stück lebendige Geschichte und kulturelle Identität.
Wer an einer blühenden Hostet vorbeigeht, sieht nicht nur Bäume – sondern ein jahrhundertealtes Zusammenspiel von Mensch, Natur und Tradition.
Streuobstwiesen
Hochstammobstbäume